Die sich auftuende Leere, nach dem Tod seiner Frau Doris , versucht Herr Hübsch mit einem enormen Arbeitspensum zu kompensieren. Durch die Entwicklung und Erschaffung von neuartigen Kompositionen fand er wieder Lebensmut. Mit einer abstrakt-konstruktiv- geometrischen Formensprache, einer asymmetrischen Bildform und leuchtend spiegelnde Farbflächen, läutete er 1988 seine letzte Schaffensperiode ein.
Sand und Splitt wurden mit Leim und Kleister zu einer modellierbaren Masse gemischt, die dann aufs Bild aufgetragen wurde. Nach dem Aushärten wurden die reliefartigen Flächen grundiert und anschließend bemalt bzw. mit Schlagmetall belegt.
Auch Wellpappe, Stoffe und Strukturfolien wurden mit Leim gefestigt und dann passend zugeschnitten. Durch die Verwendung von intensiven Farben und durch die Lichtreflexion der Metalloberflächen entstanden beeindruckende Effekte, beim Betrachten der Kompositionen. Auf einigen rückseitig angebrachten Bildaufklebern, bezeichnete Hermann Hübsch diese Bildformat auch als „Mischtechnik“.
Der Leiter des Württembergischen Kunstvereins, Professor Dr. Tilman Osterwold, würdigte diese neue Technik mit einer Sonderkoje für Hermann Hübsch, bei der Weihnachtsausstellung des Kunstvereins 1990, im Haus der Kunst in Stuttgart. Der Ausstellungskatalog ist noch vorhanden.
Für die großflächigen Werke wurden von ihm zuerst kleinere Muster/Kopien angefertigt, um so die Proportionen und Farbwirkungen besser testen zu können. Neben gemalten Flächen mit Acryl- und Ölfarben, wurden Materialien wie Wellpappe, Stoffe, Verpackungsfolien, Kupferbleche, Alufolie, Splitt, Sand und Tiffany-Glas hier eingesetzt und verarbeitet.
Auch wurden Schellack und Gummi Gutti Pulver, die er in Alkohol auflöste, zum Verzieren der Umrandungen, von ihm genutzt. Bei manchen Kompositionen wurden sogar echtes Blattgold und Blattsilber verwendet.
Herr Hübsch benötigte hier enorme Mengen an Holzplatten, die er sich in der Sperrholzzentrale in der Hohestraße, grob zusägen ließ. Im Atelier zeichnete er sich dann die Umrisse auf die Platten auf und sägte die Formate, mit einer Stichsäge, selber heraus. Er arbeitete, bis Mitte 1994, sechs Tage die Woche von 9 – 16 Uhr in seinem Atelier. Nur an Sonntagen gönnte er sich (manchmal) eine Ruhepause.