Kiegsgefangenschaft 1945

Hermann Hübsch wurde am 01.02.1940 zum Kriegsdienst eingezogen. Er verrichtete seinen Dienst bei der Luftschutzpolizei (Sicherheits- und Hilfsdienst) dem Kommando der Schutzpolizei Stuttgart und war hier beim Aufspüren von Leckagen an Gasleitungen und deren Reparatur im Einsatz. Seine Dienststelle war in der Jakobschule in Stuttgart. Zu seiner Ausrüstung gehörte ein Gerät zum Aufspüren von Gas und eine Gasmaske, so erzählte er es mir einmal.

Während des Krieges unterstützte Herr Hübsch seine Mutter Paulina, die in Lucine lebte, mit 15 Reichsmark Unterhalt pro Monat. Um seiner Mutter, dann eventuell helfen zu können, meldete er sich ab 28. Februar 1945 bis Kriegsende, freiwillig zum auswärtigen Einsatz (letztes Aufgebot), nach Schlesien.

Hier geriet er in russische Kriegsgefangenschaft und verbrachte diese Zeit, von Ende Mai bis Anfang September 1945, im Lager Kreuzburg (polnisch Kluczbork) bei Breslau (polnisch Wroclaw).

Während dieser Zeit fertigte er Porträtbilder seiner Mitgefangenen an und skizzierte Tätigkeiten aus dem Lageralltag. Auf den Rückseiten der Porträtbilder notierte er sich die Namen und die Adressen (manchmal auch die Berufe) der Gezeichneten.

Die Zeichnungen, so finde ich, stellen ein einzigartiges Zeitdokument dar.

In den erschöpften, freudlosen und ausgemergelten Gesichtern der Gefangenen, spiegelt sich die Grausamkeit, Trostlosigkeit und Sinnlosigkeit des Krieges wider. Und doch kann man in dem einen oder anderen Augenpaar auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft funkeln sehen.

Vielleicht können die Bilder zu einer Erinnerungskultur beitragen, um die heutigen Generationen daran zu erinnern, damit solche Geschehnisse wie sie zwischen 1933 -1945 in Deutschland passiert sind, hoffentlich nie wieder eintreten werden.

Am 05.09.1945 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kehrte, Mitte September, nach Stuttgart zurück. Hier fand er einen Unterschlupf, in einem Keller eines ausgebombten Hauses, in Stuttgart-Rohr.