Es gibt verschiedene Nachweise über Ateliers, in denen Hermann Hübsch gearbeitet hat.
Auf einem Bildaufkleber gibt es den Hinweis auf ein Atelier in der Detronitestraße in Stuttgart. Hier hatte vor dem Krieg die Kunstakademie ein Atelierhaus (heute Diemershaldenstraße 48) in dem Herr Hübsch, während seines Studiums von 1926 – 32, tätig war.
1932 bendete er sein Studium an der Akademie. Kurz darauf konnte er sich sein erstes, eigenes Atelier, im Dachgeschoß des Hauses Birkenwaldstraße 105, einrichten, in dem er, bis zu dessen Zerstörung bei einem Luftangriff 1944, künstlerisch arbeitete.
Nach dem Kriege unterzeichnete Hermann Hübsch, am 01. Juli 1948, den Mietvertrag für sein Atelier im Ateliergebäude der Stadt Stuttgart, in der Ameisenbergstraße 61. Hier war er 47 Jahre, bis zu seinem Tode 1995, künstlerisch tätig.
Sein Atelier lag im Erdgeschoß. Es bestand aus einem kleinen Vorraum, dem großen Atelierraum mit einer sehr großen Fensterfront und einem kleinen Nebenraum, in dem eine Zwischendecke (mit Leiter) eingebaut war. In diesem Nebenzimmer stand die große Druckerpresse und eine Pritsche, auf der Herr Hübsch ab und zu nächtigte. Es gab ein Waschbecken mit Kaltwasseranschluss aber keine Heizung. Im Atelierraum stand an der linken Seite ein Kanonenofen mit dem, an sehr kalten Tagen oder wenn sich Besuch angekündigt hatte, mit Kohlen eingeheizt werden konnte. Da der Raum aber sehr groß und hoch war, lieferte der Ofen nur in unmittelbarer Nähe ein bisschen Wärme. Herr Hübsch nutzte diesen Ofen aber nur selten. Wenn es kalt war, zog er sich mehrere Kleidungsstücke unter seinem Malerkittel an, den er dann mit einem Ledergürtel zuband. Aufgrund des schlechten Kaminabzugs und der Aschereste im Ofen, roch es immer ein bisschen rauchig in seinem Atelier. Rechts vorne standen zwei blaugraue Schränke an der Wand, auf denen er Ölbilder lagerte. Auch links und rechts vom großen Fenster waren einfache Hochregale montiert, auf denen Bilder gelagert wurden. An dem linken Hochregal hingen auch seine Paletten und eine Gipsmaske.
Das ganze Atelier war mit provisorischen Tischen aus Holzböcken vollgestellt, auf denen Mappen mit Aquarellen und Malutensilien gelagert wurden. Oft gab es kein Durchkommen, weil alles verstellt war. Eine große stabile Staffelei mit Schublade stand auch im Raum. Ringsherum an den Wänden standen mehrreihig, von ihm gemalte Bilder.
Die Ölfarben, die er für seine Bilder benötigte, stellte er sich selber her. Eine große Auswahl an Gesteinsmehlen lagerte er in Gläsern unter dem Atelierfenster. Die Pigmentmehle rührte er mit Leinöl an und füllte die Farben dann in Alutuben. Einige Kartons mit neuen Farbtuben standen immer in seinem Atelier herum.
Das Atelier konnte nur sehr spärlich beleuchtet werden. Ohne Tageslicht konnte Herr Hübsch im Atelier nicht arbeiten. Es gab nur eine Glühbirne im Vorraum und eine Stehlampe als Deckenstrahler rechts vorne, die den großen Atelieraum aber nur in schwaches Dämmerlicht hüllte.
Ein großer Nadelbaum vor dem Atelierfenster störte Herr Hübsch sehr, da der Lichteinfall hierdurch stark beeinträchtigt wurde. Sein Antrag auf Baumfällung wurde aber von der Stadtverwaltung abgelehnt.
Daraufhin putzte ich das große Atelierfenster von außen und innen, was zu einer enormen Verbesserung der Lichtverhältnisse im Atelier führte. Diese Prozedur „durfte“ ich dann noch zwei weitere Male, auf Wunsch von Herrn Hübsch, durchführen. Er war mir dafür aber immer sehr dankbar.
Nach dem Krieg hatten seine Malerfreunde und Mitbegründer der Freien Kunstschule, Hans Fähnle, Rudolf Müller und Heinrich Kübler ebenfalls ein Atelier in der Ameisenbergstraße. Zu seinen Atelierkollegen*innen, in den 1990er Jahren, hatte er einen guten Kontakt. Damals waren Hans Dieter Bohnet (Bildhauer 2006 gestorben), Heidi Foerster mit ihrem Mann, Frau Reinhardt, Erich Glauer (1995 gestorben) und Hans-Peter Hauf (2024 gestorben) Ateliernachbarn.
Im Archiv seiner Schülerin Eleonore Kötter gibt es eine Fotografie, die Herrn Hübsch beim Malen im Atelier in der Blumenstraße zeigt. Dieses Atelier wurde von ihm wahrscheinlich für seine Lehrtätigkeit an der Freien Kunstschule von 1947 – 56 genutzt. Anmerkung: In der Blumenstraße 36 A (Olgaeck) befand sich damals auch das Sekretariat der Freien Kunstschule.
Am liebsten arbeitete Hermann Hübsch aber im „Atelier Natur“. Malwanderungen waren für ihn stets Lebenselixier und Inspiration für neue Bilder. Er genoss das Zeichnen und Malen in freier Natur und tankte daraus immer viel Kraft und Energie.